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Dezibel-Tabelle: Wie laut Alltagsgeräusche sind, vom Flüstern bis zum Feuerwerk

Wie laut ist Flüstern, ein Gespräch oder ein Motorrad? Diese Lautstärke-Tabelle sammelt die Werte von WHO, US-Gesundheitsbehörden und NIOSH, erklärt, warum die Zahlen je nach Quelle abweichen, und zeigt, wie du Dezibel selbst misst.

Titelgrafik: Ratgeber – Dezibel-Tabelle: Wie laut ist der Alltag?

Dezibel lassen sich leicht zitieren, aber schwer vorstellen. Eine Zahl wie 85 dB bekommt erst Bedeutung, wenn sie neben Geräuschen steht, die du kennst. Genau das macht diese Dezibel-Tabelle. Die Werte stammen von öffentlichen Gesundheitsbehörden, und jede Quelle ist am Ende unter „Quellen“ verlinkt.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine medizinische Beratung. Wenn du Ohrgeräusche, ein dumpfes Hörgefühl oder andere Veränderungen bemerkst, geh bitte zur Ärztin oder zum Arzt oder in eine HNO-Praxis.

So liest du einen Dezibel-Wert

Dezibel sind eine logarithmische Skala, die Zahlen wachsen also nicht gleichmäßig. 3 dB mehr bedeuten ungefähr die doppelte Schallenergie, und 10 dB mehr empfinden die meisten Menschen als etwa doppelt so laut. Der Schritt von 80 auf 90 dB ist deshalb viel größer, als er aussieht.

Oft steht dort dBA statt dB. Das „A“ steht für die A-Bewertung: Sie passt die Messung daran an, wie das menschliche Ohr verschiedene Frequenzen wahrnimmt. Die meisten Richt- und Grenzwerte werden in dBA angegeben.

Dezibel-Tabelle: Beispiele aus dem Alltag

Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht diese Tabelle in ihren Hinweisen zum sicheren Hören. Die rechte Spalte zeigt, wie lange Erwachsene einen Pegel pro Woche hören können, bevor die WHO das als unsicher einstuft.

Pegel Beispiel (WHO) Sichere Hörzeit pro Woche
10 dB Normales Atmen Unbegrenzt
30 dB Leises Flüstern Unbegrenzt
40 dB Bibliothek Unbegrenzt
60 dB Normales Gespräch Unbegrenzt
80 dB Türklingel 40 Stunden
85 dB Starker Verkehr (im Auto) 12 Std. 30 Min.
90 dB Gespräch mit Schreien 4 Stunden
95 dB Motorrad 1 Std. 15 Min.
100 dB Haartrockner 20 Minuten
105 dB Autohupe in 5 Metern Abstand 8 Minuten
110 dB Schreien direkt ins Ohr 2,5 Minuten
120 dB Neben einer Sirene stehen 12 Sekunden
130 dB Presslufthammer Unter 1 Sekunde
140 dB Startendes Flugzeug 0 Sekunden
150 dB Böller 0 Sekunden

Zwei Muster fallen auf. Bis zum normalen Gespräch setzt die WHO keine Zeitgrenze. Ab 80 dB schrumpft die sichere Hörzeit mit jeweils 5 dB mehr deutlich, von 40 Stunden bei 80 dB auf 20 Minuten bei 100 dB.

Typische Bereiche laut US-Gesundheitsbehörden

Das National Institute on Deafness and Other Communication Disorders (NIDCD), Teil der US-amerikanischen National Institutes of Health, nennt Bereiche statt einzelner Werte. Das passt besser zum Alltag, denn dasselbe Geräusch kann je nach Situation leiser oder lauter sein.

Geräusch Durchschnittlicher Bereich (NIDCD)
Normales Gespräch 60–70 dBA
Kino 74–104 dBA
Motorräder und Motocross-Maschinen 80–110 dBA
Musik über Kopfhörer bei voller Lautstärke, Sportveranstaltungen, Konzerte 94–110 dBA
Sirenen 110–129 dBA
Feuerwerk 140–160 dBA

Das NIDCD ergänzt, dass lange oder wiederholte Belastung ab 85 dBA zu Hörverlust führen kann.

NIOSH, das US-Institut für Forschung zum Arbeitsschutz, beschreibt dieselben Schwellen über das, was du merkst. Bei etwa 85 dBA musst du oft lauter sprechen, damit dich jemand in etwa einem Meter Abstand versteht; Rasenmäher, Staubsauger, Elektrowerkzeuge und Druckmaschinen können diesen Bereich erreichen. Ab 95 dBA musst du wahrscheinlich schreien; als Beispiele nennt NIOSH Planierraupen, Krankenwagensirenen, Kettensägen, Bars und Clubs sowie große Sportveranstaltungen.

Warum die Werte je nach Quelle abweichen

Die WHO nennt für ein Motorrad 95 dB, das NIDCD 80 bis 110 dBA. Falsch ist keines von beiden. Wie laut ein Geräusch ist, hängt von mehreren Dingen ab:

  • Abstand. Je weiter du von der Quelle entfernt bist, desto niedriger ist der Pegel. Eine Hupe in 5 Metern Abstand ist leiser als direkt neben dir.
  • Das einzelne Gerät. Ein Staubsauger oder Haartrockner kann deutlich lauter sein als ein anderes Modell.
  • Der Raum. Harte Wände werfen Schall zurück, Teppiche und Polster schlucken ihn.
  • Die Messart. Ein Spitzenwert, ein Mittelwert über mehrere Minuten und ein A-bewerteter Wert sind für dasselbe Geräusch verschiedene Zahlen.

Nimm jede Lautstärke-Tabelle, auch diese, als Orientierung zum Vergleichen und nicht als exakten Wert für das Geräusch neben dir.

Grenzwerte für Lärm am Arbeitsplatz

Arbeitsschutzregeln nutzen dieselbe Skala, betrachten aber einen ganzen Arbeitstag.

Regel Pegel Bedeutung
NIOSH-Empfehlung (USA) 85 dBA über 8 Stunden Mit jeweils 3 dBA mehr halbiert sich die empfohlene Zeit
Unterer Auslösewert (EU) 80 dB Erste Schwelle, ab der die Schutzpflichten der Richtlinie greifen
Oberer Auslösewert (EU) 85 dB Zweite, strengere Schwelle
Expositionsgrenzwert (EU) 87 dB Darf nicht überschritten werden; Gehörschutz wird eingerechnet

Die EU-Werte stammen aus der Richtlinie 2003/10/EG zum Lärm am Arbeitsplatz, zusammengefasst von der EU-Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Auch außerhalb der Arbeit ist Lärm in Europa ein großes Thema: Laut Europäischer Umweltagentur sind mehr als 20 % der Menschen in Europa dauerhaft gesundheitsschädlichem Lärm ausgesetzt.

Wie Pegel und Dauer zusammenspielen und wann es bei Kopfhörern zu laut wird, erklärt unser Ratgeber Wie laut ist zu laut?.

Lärm selbst messen

Eine Tabelle zeigt, was typisch ist. Wenn du wissen willst, wie laut deine Werkstatt, deine Straße in der Nacht oder ein neues Gerät wirklich ist, brauchst du eine Messung. Eine Dezibel-App nutzt dafür das Mikrofon deines Handys. So bekommst du Werte, die du vergleichen kannst:

  1. Leg das Handy bei jeder Messung an dieselbe Stelle, am besten auf eine feste Unterlage, das Mikrofon frei.
  2. Halte oder bewege das Handy während der Messung nicht, sonst werden Griffgeräusche mitgemessen.
  3. Miss eine Weile und achte auf Durchschnitt und Höchstwert, nicht nur auf den aktuellen Wert.
  4. Notier dir Uhrzeit und Ort, damit spätere Messungen vergleichbar bleiben.

Handymikrofone sind für Sprache gebaut und unterscheiden sich von Modell zu Modell. Eine App ist kein geeichtes Messgerät; ihre Werte eignen sich für Vergleiche und Verläufe, nicht als Beweis.

Für genau diese Situationen haben wir den Schallpegelmesser: dB Messer entwickelt. Er zeigt den aktuellen Pegel in dB mit Zeiger und Verlaufskurve, dazu Minimum, Durchschnitt und Maximum. Eine Messung kannst du als Audiodatei und als PDF-Bericht mit Diagramm und Spitzenwerten speichern, die App misst bei gesperrtem Bildschirm im Hintergrund weiter, und du kannst sie mit einem Versatz von −20 bis +20 dB kalibrieren. Die App ist kostenlos, mit Werbung und optionalen In-App-Käufen.

Kurz zusammengefasst

  • Flüstern etwa 30 dB, Gespräch etwa 60 dB, starker Verkehr im Auto etwa 85 dB, Haartrockner etwa 100 dB, Sirene aus der Nähe etwa 120 dB (WHO).
  • Lange oder wiederholte Belastung ab 85 dBA kann zu Hörverlust führen (NIDCD).
  • Ab 80 dB sinkt die sichere Hörzeit pro Woche laut WHO schnell: 40 Stunden bei 80 dB, 4 Stunden bei 90 dB, 20 Minuten bei 100 dB.
  • Echte Geräusche hängen von Abstand, Gerät und Raum ab. Wenn der genaue Wert zählt, miss selbst.

Fragen und Antworten

Wie viel Dezibel hat Flüstern?

Die WHO nennt für leises Flüstern etwa 30 dB. Für diesen Pegel setzt sie keine Begrenzung der Hörzeit an.

Wie laut ist ein normales Gespräch in Dezibel?

Etwa 60 dB laut WHO und 60 bis 70 dBA laut dem US-Institut NIDCD, das zu den National Institutes of Health gehört.

Ab wie viel Dezibel kann Lärm dem Gehör schaden?

Laut NIDCD kann lange oder wiederholte Belastung ab 85 dBA zu Hörverlust führen. Die Dauer zählt genauso wie der Pegel: NIOSH halbiert die empfohlene Zeit mit jeweils 3 dB über 85 dBA.

Wie laut ist ein Konzert?

Das NIDCD nennt 94 bis 110 dBA für Konzerte, Sportveranstaltungen und Musik über Kopfhörer bei voller Lautstärke. Der tatsächliche Wert hängt vom Ort und vom Abstand zu den Lautsprechern ab.

Kann man Dezibel mit dem Handy messen?

Ja, mit einer Dezibel-App, die das eingebaute Mikrofon nutzt. Für Vergleiche und Verläufe reicht das gut, die Werte können aber von einem geeichten Schallpegelmesser abweichen.

Quellen

  1. Deafness and hearing loss: Safe listening, Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2026-03-06) – Tabelle mit Pegeln, Beispielen und sicherer Hörzeit pro Woche (abgerufen 21.10.2026)
  2. Noise-Induced Hearing Loss, NIDCD, US National Institutes of Health (2025-04-16) – Durchschnittliche Pegelbereiche bekannter Geräusche; lange oder wiederholte Belastung ab 85 dBA kann zu Hörverlust führen
  3. About Noise and Hearing Loss Prevention, CDC / NIOSH (2024-01-30) – Empfohlener Grenzwert 85 dBA über 8 Stunden, 3-dB-Austauschrate, Beispiele bei 85 und 95 dBA
  4. Directive 2003/10/EC – noise, Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) – Lärm am Arbeitsplatz in der EU: Auslösewerte 80 und 85 Dezibel, Expositionsgrenzwert 87 Dezibel (abgerufen 21.10.2026)
  5. Noise (in-depth topic), Europäische Umweltagentur (EEA) (2026-03-17) – Mehr als 20 % der Menschen in Europa sind dauerhaft gesundheitsschädlichem Lärm ausgesetzt

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